Stephan Kleinschmidt, Kandidat für den Hauptvorsitz des Bundes Deutscher Nordschleswiger
Derzeit entfaltet sich meine Kandidatur für den Hauptvorsitz des Bundes Deutscher Nordschleswiger. In vielen Gesprächen richtet sich der Blick dabei nachvollziehbar stark nach innen. Denn wer Verantwortung im Bund Deutscher Nordschleswiger übernimmt, braucht ein tiefes Verständnis unserer Strukturen und dafür, was Minderheit im Alltag bedeutet. Dieser notwendige Blick nach innen ist der Ausgangspunkt – aber er genügt nicht.
Entscheidend ist ebenso das Gespür für die Mehrheit – politisch, kulturell und sprachlich. Unsere Minderheit ist ein selbstverständlicher und aktiver Teil der Gesellschaft. Wir leben nicht in einer Blase. Kommunale und gesellschaftliche Entwicklungen betreffen uns unmittelbar. Kommunale und staatliche Strukturen und Angebote sind auch unsere. Daher muss, wer unsere Anliegen in Kiel, Vejle, Kopenhagen oder Berlin vertritt, den Blick auch über die eigenen Strukturen hinaus richten, um Zusammenhänge zu erkennen, Interessen einzuordnen und Entwicklungen mitzugestalten. Dieser Blick nach außen ist keine Ergänzung, sondern Voraussetzung.
Ich bin in der deutschen Minderheit aufgewachsen und habe ihre Institutionen durchlebt. Heute trage ich Verantwortung für ihre Zukunft. Beruflich habe ich gelernt, unterschiedliche Interessen zusammenzuführen, Gegensätze zu entschärfen und Vertrauen aufzubauen – auch über Grenzen hinweg. Auch aus meiner Zeit im Flensburger Rathaus, in der Kieler Staatskanzlei und als Projektchef in der Region Syddanmark habe ich gelernt: Politik funktioniert dann, wenn Vertrauen entsteht – zwischen Menschen, Institutionen und Kulturen.
Daraus leite ich meinen Anspruch ab: Wir dürfen uns nicht nur mit uns selbst beschäftigen. Wir müssen Verantwortung übernehmen – auch über den eigenen Tellerrand hinaus. Nicht nur für die Minderheit, sondern für den gesamten Landesteil und die Menschen, die hier leben und arbeiten. Das bedeutet: Offenheit nach außen und Zusammenhalt nach innen. Die Schleswigsche Partei zeigt, was das konkret heißt: Verantwortung übernehmen und sich einbringen – auch bei Themen, die über die Minderheit hinausgehen.
Wir brauchen keine Parallelstrukturen, sondern kluge Ergänzungen zu bestehenden Angeboten – im Einklang mit unseren Ressourcen und mit einem klaren Blick für das Ganze. Daran möchte ich mich messen lassen.