Mein Plan für eine starke Deutsche Minderheit
Die kommenden Jahre sind entscheidend. Unsere Minderheit wächst, verändert sich – und steht vor wichtigen Fragen: Was verbindet uns? Wie gelingt Beteiligung? Wie bleibt unsere Gemeinschaft lebendig?
Im Dezember habe ich einen 5-Punkte-Plan vorgestellt. Seitdem war ich in der gesamten Minderheit unterwegs, habe viele Gespräche geführt und wertvolle Rückmeldungen erhalten. Daraus ist der fortgeschriebene 6-Punkte-Plan entstanden. Er soll Orientierung geben, Verlässlichkeit stärken und neue Energie freisetzen.
Der 6-Punkte-Plan verbindet sechs zentrale Handlungsfelder mit den drei Grundprinzipien Verlässlichkeit, Beteiligung und Verantwortung. Er steht für Zusammenhalt nach innen und eine klare Positionierung nach außen.
6 Punkte für eine zukunftsfähige Minderheit im Überblick
Unsere Schulen und Kindergärten sind das Fundament der Minderheit. Sie sollen Familien Sicherheit geben und Perspektiven eröffnen. Dabei stehen Kinder und Mitarbeitende gleichermaßen im Mittelpunkt. Deshalb stärken wir Profile, schaffen verlässliche Rahmenbedingungen und entwickeln Standorte strategisch weiter. Haupt-und Ehrenamt arbeiten dabei eng zusammen.
Gemeinschaft entsteht dort, wo Menschen sich begegnen, mitreden und sich einbringen. Deshalb stärken wir den Zusammenhalt durch offenen Dialog, neue Netzwerke und eine verlässliche Unterstützung des Ehrenamts. Unterschiedliche Meinungen gehören dazu und werden als Teil eines gemeinsamen Miteinanders verstanden. Im Zentrum steht ein tragfähiges Minderheiten-Wir, das verbindet und Vielfalt zusammenhält.
Die Minderheit ist offen und zugleich verbindlich. Offenheit braucht Orientierung und gemeinsame Bezugspunkte. Zugehörigkeit entsteht durch Sprache, Kultur, Engagement und Mitmachen im Alltag. Diese Balance wird klarer vermittelt. So entwickeln wir ein modernes Verständnis von Identität weiter und begleiten neue Mitglieder aktiver auf ihrem Weg in die Gemeinschaft.
Beteiligung soll einfacher, zugänglicher und attraktiver werden. Niedrigschwellige Formate, klare Aufgaben, flexible Strukturen und eine bessere Vereinbarkeit mit Familie, Beruf und Ehrenamt sollen mehr Menschen für Verantwortung und aktives Einbringen in öffentliche Debatten gewinnen und Gleichstellung fördern. Das Hauptamt unterstützt, begleitet und entlastet dabei gezielt.
Die Minderheit muss im Alltag sichtbar und in politischen Entscheidungen präsent sein. Deshalb stärken wir die Zusammenarbeit zwischen Organisationen, Ehrenamt und Politik und erhöhen unsere Relevanz in der Öffentlichkeit und in politischen Foren. Sichtbarkeit entsteht durch Verlässlichkeit, Verantwortung und Wirkung. Wir arbeiten an konkreten Verbesserungen für die Menschen vor Ort.
Die Minderheit ist Teil des Grenzlandes und Europas. Ihre Erfahrungen im Minderheitenschutz und in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sind ein wertvoller Beitrag für Entwicklung, Austausch und Zusammenhalt. Sie sollen stärker eingebracht werden. Dafür werden Partnerschaften verlässlich ausgebaut
Im Mittelpunkt stehen starke Bildungseinrichtungen, mehr Beteiligung, eine konstruktive Zusammenarbeit innerhalb der Minderheit sowie eine selbstbewusste Interessenvertretung im Grenzland und in Europa. Die deutsche Minderheit soll auch künftig ein verlässlicher, sichtbarer und konstruktiver Partner sein – mit klarer Haltung, offenem Dialog und gemeinsamer Verantwortung.
Ein klares Fazit aus vielen Gesprächen: Neben den Themen wünschen sich viele vor allem ein respektvolles Miteinander – zwischen Haupt- und Ehrenamt, Institutionen und unterschiedlichen Meinungen. Deutlich wurde auch: Engagement braucht Rückhalt, verlässliche Rahmenbedingungen und gemeinsame Ziele. Nur so können wir Prioritäten setzen und unsere Kräfte bündeln.
