Ein klarer Auftrag für Demokratie und Minderheitenschutz

Stephan Kleinschmidt, Kandidat für den Hauptvorsitz des Bundes Deutscher Nordschleswiger

Eine freie Presse ist Grundvoraussetzung dafür, dass wir unser Leben als Minderheit offen und selbstbewusst gestalten können. Diese Überzeugung steht für mich außer Frage – und sie bringt den Kern des Leitartikels von Cornelius von Tiedemann treffend auf den Punkt. Sein Beitrag ist ein klares und notwendiges Bekenntnis zu Pressefreiheit, demokratischen Werten und dem Schutz von Minderheiten.

In Nordschleswig zeigt sich, dass redaktionelle Unabhängigkeit und gesellschaftliche Verantwortung in einem sensiblen Gleichgewicht stehen: unabhängig im Urteil, zugleich nah an der Lebenswirklichkeit der Minderheit. Zu Recht formuliert Tiedemann auch Erwartungen an die künftige Führung des Bundes Deutscher Nordschleswiger. Das internationale Engagement der Vorgänger verpflichtet – und es ist richtig, dies deutlich zu benennen. Diese Verantwortung endet nicht an der Grenze – sie ist europäisch und global.

In meiner Kandidatur für den Hauptvorsitz sehe ich hier einen zentralen Auftrag. Von 2003 bis 2006 war ich Präsident der Jugend Europäischer Volksgruppen und Präsidiumsmitglied der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen. Diese Zeit hat meinen Einsatz für Minderheitenrechte und demokratische Teilhabe nachhaltig geprägt und meinen Blick geweitet. Auch später – global in internationalen Netzwerken sowie regional in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, etwa in der Kulturregion Sønderjylland-Schleswig geht es mir darum, Beteiligung zu stärken und Brücken zu bauen.

„Kritisch, wachsam – im Sinne von Freiheit und Minderheitenschutz“: Dieser Anspruch spiegelt sich im journalistischen Auftrag aus, über und für die Minderheit zu berichten und ist auch für mein politisches Handeln leitend. Demokratische Beteiligung weiter zu fördern und sich für Menschen- und Minderheitenrechte stark zu machen, bleibt also eine gemeinsame Aufgabe. Der „Nordschleswiger“ nimmt dabei eine zentrale Rolle ein – als unabhängige Stimme und als Plattform für Debatte. Dafür verdient er nicht nur Dank, sondern Rückhalt.