Verantwortung weitergeben – Engagement sichern

Derzeit finden in unserer deutschen Minderheit die Jahres- und Generalversammlungen statt. Vielerorts werden Vorstände neu gewählt – mancherorts bleiben Posten unbesetzt, mit spürbaren Auswirkungen auf Verein und Minderheit, wie aktuell am Beispiel des BDN-Ortsvereins Saxburg-Bülderup. Das ist Anlass zur Sorge, aber auch zu Reflexion und neuer Ausrichtung.

Mein ausdrücklicher Dank gilt allen, die Verantwortung übernehmen – im Sport, in der Kultur, in den Ortsvereinen und Verbänden. Ohne dieses ehrenamtliche Engagement gäbe es kein lebendiges Minderheitenleben. Ehrenamt stiftet Gemeinschaft, vermittelt Identität und hält unsere Strukturen vor Ort tragfähig. Zugleich erleben wir – wie die Gesellschaft insgesamt – einen Wandel: Engagement ist heute oft projektbezogener, zeitlich begrenzter und stärker an Lebensphasen orientiert. Die Bereitschaft, sich langfristig in Vorständen zu binden, ist nicht mehr selbstverständlich. Berufliche Anforderungen, familiäre Aufgaben und zunehmende Mobilität prägen den Alltag vieler Menschen. Das ist kein Ausdruck fehlender Verbundenheit, sondern ein Zeichen veränderter Rahmenbedingungen.

Umso wichtiger bleibt es, Menschen für Verantwortung zu gewinnen – gerade im Hinblick auf den Generationswechsel. Dafür braucht es klare Aufgabenprofile, überschaubare Mandate, gute Begleitung und sichtbare Wertschätzung. Orte und Formate der Begegnung sind entscheidend, um Nähe und Beteiligung zu schaffen. Denn eine starke Minderheit lebt vom Füreinander.

Der Bund Deutscher Nordschleswiger sollte gemeinsam mit den Verbänden unterstützend wirken: Strukturen enger verzahnen und kritisch überprüfen, den Austausch zwischen Vereinen fördern und ein Hauptamt bereitstellen, das Ehrenamtliche berät, entlastet und begleitet. Das ist im Interesse aller – aktuell konkret in Saxburg-Bülderup. Nach eventueller Auflösung darf kein Vakuum entstehen, sondern zukunftsfähige Minderheitenarbeit. Daran will ich mit den Menschen vor Ort arbeiten.