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  • Strukturen für ein starkes Minderheiten-Wir

    Die Jahres- und Generalversammlungen unserer Minderheit zeigen in diesen Wochen, was uns trägt: Engagement, Verantwortungsbewusstsein und der Wille, Gemeinschaft aktiv zu gestalten. Gleichzeitig wird deutlich, dass sich unsere Strukturen verändern. Generationen wechseln und Lebensrealitäten werden vielfältiger. Nicht alle, die unsere Einrichtungen selbstverständlich nutzen, sind auch formell im Bund Deutscher Nordschleswiger organisiert.

    Im Rahmen meiner Kandidatur für den Hauptvorsitz habe ich dazu viele Gespräche geführt. Eine Frage begegnet mir immer wieder: Wie können wir Zugehörigkeit sichtbarer und erlebbarer machen, ohne neue Hürden zu schaffen? Die Erfahrungen aus Sonderburg, Hadersleben und Gravenstein zeigen, dass eine aktive, aber freiwillige Information über eine Mitgliedschaft Wirkung entfaltet. Hier steigen die Mitgliedszahlen. Einladung überzeugt mehr als Erwartung.

    Unsere Schulen, Kindergärten und kulturellen Einrichtungen sind das Fundament der Minderheit. Familien vertrauen ihnen ihre Kinder an; viele fühlen sich Sprache und Kultur verbunden – auch ohne formelle Mitgliedschaft. Aber eben hier entsteht eine Lücke zwischen gelebter Nähe und organisatorischer Zugehörigkeit. Diese Lücke neu zu denken, heißt nicht: mehr Zwang und mehr Formalitäten. Es heißt, Verantwortung ernst zu nehmen.

    Wer Verantwortung für die Zukunft der gesamten Minderheit beansprucht, muss auch Wege eröffnen, diese Zukunft demokratisch mitzugestalten. Eine Basismitgliedschaft kann dafür ein Instrument sein – nicht als Automatismus, sondern als Einladung zur Beteiligung. Genau darum geht es: Beteiligung ermöglichen. Denn unsere Minderheit lebt vom Mitmachen. Damit Engagement wachsen kann, braucht es verlässliche und zeitgemäße Strukturen. Jetzt ist der Moment, sie behutsam weiterzuentwickeln – für mehr Zusammenhalt, Solidarität und ein starkes „Minderheiten-Wir“.

  • Mein Ziel: Vertrauen stärken, Beteiligung öffnen

    Der Artikel im Nordschleswiger vom 4. März über die anstehende Delegiertenversammlung greift eine Frage auf, die in Teilen der Minderheit diskutiert wird: Wie bilden sich Meinungen – und wie kommen Delegierte zu ihrer Entscheidung? Dass dabei auch über Netzwerke, Gespräche und Abstimmungen im Vorfeld gesprochen wird, gehört zu einer lebendigen demokratischen Kultur. Wichtig ist mir der Blick auf das Ganze. Die Delegiertenversammlung ist das höchste Gremium unserer Minderheit. Rund 200 Delegierte werden nach Tingleff entsandt. Sie repräsentieren unterschiedliche Vereine und Einrichtungen sowie verschiedene Lebensrealitäten. Diese demokratisch legitimierte Vielfalt ist eine große Stärke unserer Minderheit.
     
    In den vergangenen Wochen habe ich bei zahlreichen Orts- und Bezirksvereinen meine Ideen vorgestellt und viele Gespräche geführt. Diese Begegnungen waren offen, konstruktiv und von großem Verantwortungsbewusstsein geprägt. Sie haben meinen Eindruck bestätigt: Unsere Strukturen funktionieren. Ich habe großes Vertrauen in die bestehenden Prozesse, in unsere Gremien und vor allem in die Delegierten selbst. Diese Gespräche werde ich in den kommenden Wochen und Monaten fortführen. 

    Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass wir mehr Beteiligung wagen müssen und die ganze Minderheit stärker aktivieren sollten. Engagement muss leichter zugänglich und attraktiver werden. Neue Mitmach-Formate und niedrigschwellige Wege können helfen, mehr Menschen für Verantwortung und öffentliche Debatten zu gewinnen.
     
    Dabei sollten wir offen darüber sprechen, ob und wo unsere demokratischen Prozesse weiterentwickelt werden können – etwa im Spannungsfeld zwischen repräsentativen Strukturen und stärker basisorientierten Beteiligungsformen. Solche Fragen verdienen gemeinsame Beratung und sorgfältige Abwägung in der Minderheit. Dieser Aufgabe möchte ich mich – sollte ich zum Hauptvorsitzenden gewählt werden – gerne annehmen.
     
    Eine starke Minderheit lebt vom Füreinander. Die Delegiertenversammlung ist dafür ein zentraler Ort unseres „Minderheiten-Wir“ und verdient Vertrauen und weitere Stärkung.

  • Engagement, das verbindet

    Das frühere Stadtratsmitglied der Schleswigschen Partei, Christel Leiendecker, übernimmt den Vorsitz der Lokalvereinigung der dänischen Krebsgesellschaft Kræftens Bekæmpelse in der Kommune Sonderburg. Damit stellt sie ihre Erfahrung und ihr Engagement erneut in den Dienst einer wichtigen gesellschaftlichen Aufgabe – und gibt zugleich Anlass, bürgerschaftliches Engagement in Nordschleswig besonders hervorzuheben.

    Die Arbeit von Kræftens Bekæmpelse vor Ort verbindet Prävention und Aufklärung mit Unterstützung für Krebspatientinnen und -patienten sowie deren Angehörige – relevant auch für Mitglieder der deutschen Minderheit, aber eben nicht nur für sie. Dass sich Christel Leiendecker hier engagiert, ist ein starkes Signal: Politisches Engagement endet nicht mit einem Mandat, sondern kann in neuen Formen weiterwirken.

    Gerade für die deutsche Minderheit hat dies eine besondere Bedeutung. Viele ihrer Mitglieder übernehmen Verantwortung – nicht nur in den eigenen Organisationen und Einrichtungen, sondern auch außerhalb unserer üblichen Strukturen. Sie engagieren sich in Vereinen, Foren und Initiativen und ergänzen dabei gezielt die Angebote der Minderheit. Das zeigt: Angehörige der Minderheit sind selbstverständlich Teil der gesamten Gesellschaft und übernehmen aktiv Verantwortung für das Gemeinwesen. Dieses Engagement steht für Offenheit, Integration und gelebte Mitverantwortung.

    Zahlreiche Menschen leisten auf diese Weise einen wichtigen Beitrag zum Gemeinwohl – etwa durch ihr Engagement in den Seniorenräten in allen vier Kommunen Nordschleswigs, in sozialen Einrichtungen, in Organisationen wie Handicapråd, Hjerteforening oder Red Barnet sowie in den vielen Vereinen und Initiativen vor Ort. Sie tragen das gesellschaftliche Miteinander und stärken den Zusammenhalt. Solches Engagement stärkt unsere Gesellschaft insgesamt und verdient Anerkennung. Christel Leiendeckers neue Aufgabe ist dafür ein ermutigendes Beispiel.

  • Verantwortung übernehmen heißt gestalten

    Die Schließung des Standortes Rapstedt durch den Deutschen Schul- und Sprachverein für Nordschleswig ist schmerzhaft – und zugleich nachvollziehbar. Angespannte Finanzlage und rückläufige Kinderzahlen machen Entscheidungen dieser Art notwendig. Verantwortung bedeutet jedoch nicht nur, Zahlen zu betrachten, sondern auch die konkreten Auswirkungen auf Menschen, Vertrauen und Identität.

    Die Aussage des BDN-Hauptvorsitzenden Hinrich Jürgensen, dass die Verantwortung der gesamten Minderheit gilt, ist richtig und wichtig. Sie bleibt jedoch unvollständig, wenn sie nicht zugleich die konkrete Verantwortung für jede einzelne Einrichtung mitdenkt. Die Schließung von Rapstedt zeigt, wie eng beides miteinander verbunden ist: Für die betroffenen Familien bedeutet sie den Verlust von Vertrautem, Identität und gelebter Kultur. Minderheitenpolitik muss das Große und Ganze im Blick behalten – und zugleich die Bedeutung der einzelnen Orte und Einrichtungen ernst nehmen. Diese Balance ist keine Nebenfrage, sondern zentral – und die aktuelle Entscheidung ist ein Weckruf, beides künftig noch konsequenter zusammenzudenken.

    Neben tragfähigen schulpädagogischen Konzepten brauchen unsere Einrichtungen klare Standortkonzepte: Wie stärken wir Sichtbarkeit, Profil und Entwicklung? Wie gewinnen wir neue Familien? Wie sichern wir Qualität unter veränderten Bedingungen – bei langfristiger Planungssicherheit und mit aktiver Beteiligung von Haupt- und Ehrenamtlichen? Zukunftsfähigkeit entsteht nicht allein durch Sparen, sondern durch strategisches Gestalten, auf Basis stabiler Rahmenbedingungen und verlässlicher Strukturen.

    Unsere Schulen und Kindergärten müssen ein verlässliches Fundament bieten: Sie sollen Orte sein, die Familien Sicherheit geben und langfristig Perspektiven eröffnen. Nur so können Kinder, Eltern und Mitarbeitende sich dauerhaft auf sie verlassen. Die Entscheidung ist kein Rückzug, sondern ein Wendepunkt, der uns verpflichtet, die Zukunft unserer Minderheit aktiv, gemeinsam und zuversichtlich zu gestalten.

  • Verbindung halten, Zusammenhalt leben – Rückkehr ermöglichen

    Viele junge Mitglieder der deutschen Minderheit verlassen Nordschleswig für Studium oder Ausbildung – und zu wenige kehren zurück. Das ist eine Herausforderung. Aber es ist auch eine Chance, wenn es uns gelingt, den Kontakt zu halten und die emotionale Verbindung zu stärken. Denn: Wer sich der Minderheit weiterhin zugehörig fühlt, bleibt erreichbar – als Botschafter nach außen und als potenzielle Rückkehrerin oder Rückkehrer. Beispiele wie die Influencerin Liv Bredo Schrøder zeigen, wie lebendig und sichtbar Minderheitenidentität auch außerhalb Nordschleswigs gelebt werden kann. Dieses Engagement verdient Anerkennung – und Unterstützung.

    Mit „N2 – Netzwerk Nordschleswig“ ist ein wichtiger Schritt getan. Es schafft Räume für Austausch, Karrierechancen und Verbindung – unabhängig vom aktuellen Wohnort. Die jungen SPitzen zeigen seit Jahren, wie viel Energie, Ideenreichtum und Mobilisierungskraft in der jungen Generation stecken. Der VSST wiederum bietet mit seinen Kollegien in Odense, Århus und Hellerup vielen Studierenden ein Zuhause und eine wichtige Anlaufstelle. Beides braucht verlässliche Unterstützung, Ressourcen und Wertschätzung.

    Um die Stärke und Zusammengehörigkeit der Minderheit weiter auszubauen, müssen wir gezielt investieren: in Netzwerke, die verbinden, und in Strukturen, die Teilhabe ermöglichen. Es braucht ein starkes „Minderheiten-Wir“, das trägt – auch über Entfernungen hinweg. Gleichzeitig müssen wir unsere Identität so vermitteln, dass sie für alle Generationen anschlussfähig bleibt und unsere kulturellen Werte in die Gegenwart übersetzt. Und wir müssen Beteiligung auch außerhalb Nordschleswigs einfacher und attraktiver machen. Das ist kein Nebenprojekt. Es ist ein zentraler Auftrag. Denn die junge Generation ist nicht nur unsere Zukunft – sie ist schon heute eine unserer wichtigsten Ressourcen.

  • Westküste im Blick: Zusammenhalt, der trägt

    In den vergangenen Monaten meiner Kandidatur für den Hauptvorsitz des Bundes Deutscher Nordschleswiger habe ich viele Gespräche geführt – und vor allem zugehört. Besonders die Begegnungen an der Westküste haben mir eindrücklich gezeigt, wie viel Engagement, Zusammenhalt und Zuversicht in unserer Minderheit steckt. Ob auf den Generalversammlungen der BDN-Ortsvereine in Hoyer, Lügumkloster und Tondern, in der Ludwig-Andresen-Schule oder beim Familienschwimmen der SG West – überall habe ich offene Gespräche erlebt. Ich habe Bedarfe, Interessen und auch Wünsche mitgenommen. Vor allem aber habe ich eine große Bereitschaft gespürt, gemeinsam nach vorne zu schauen und die Zukunft aktiv zu gestalten.

    Die Ludwig-Andresen-Schule steht beispielhaft für diese Entwicklung. Der neue zweisprachige Schulfilm zeigt in nur zwei Minuten die Vielfalt und Lebendigkeit des Schulalltags. Gleichzeitig wurde auf der Generalversammlung deutlich, wie intensiv an inhaltlichen und strukturellen Themen gearbeitet wird. Auch strukturelle Entscheidungen wie das übergeordnete Gebäudemanagement, das die Schulleitung entlastet, sind wichtige Schritte. Sie schaffen Freiräume für das pädagogische Kerngeschäft und stärken die Einrichtungen langfristig.

    Das große Engagement in Vereinen und Institutionen an der Westküste ist getragen von einem starken Gefühl der Zugehörigkeit. Die Bedeutung der Einrichtungen – auch in Lügumkloster und Jeising und das Standortpotenzial der Ludwig-Andresen-Schule, des Deutschen Kindergartens, des Freizeitclubs sowie der Bücherei in Tondern sind enorm. Sie bilden gemeinsam ein starkes Fundament für das Leben der Minderheit vor Ort. Das verpflichtet auch den Bund Deutscher Nordschleswiger und seine Verbände, diese Entwicklung aktiv zu begleiten. Investitionen in neue Einrichtungen – nun auch in Tingleff und Tondern – setzen richtige und wichtige Signale. Sie schaffen Vertrauen. Diese positive Dynamik, auch im Lichte der jüngsten kommunalpolitischen Erfolge, stimmt mich zuversichtlich. Die Westküste ist und bleibt ein starker Teil unserer Minderheit – und verdient unsere volle Aufmerksamkeit.

  • Sichtbar sein – vor Ort und nach außen

    Die deutsche Minderheit in Nordschleswig lebt von einem dichten Netz aus Vereinen, Initiativen und Institutionen. Im Alltag entsteht hier das, was unsere Gemeinschaft trägt: Begegnung, Engagement und Verlässlichkeit. Dieses Fundament braucht weiterhin Unterstützung, ausreichende Ressourcen und eine klare Anerkennung.
     
    Gleichzeitig ist eine politische Stimme notwendig, die sichtbar, klar und selbstbewusst auftritt – in den Kommunen vor Ort und im Grenzland nach außen. Entscheidend ist dabei das gemeinsame Handeln der Schleswigschen Partei und des Bundes Deutscher Nordschleswiger, das in den vergangenen Jahren bereits konkrete Verbesserungen ermöglicht hat. Drei Beispiele: die Erhöhung der Zuschüsse an den Sozialdienst, die Grundsteuerbefreiung für Einrichtungen der Minderheit sowie die Möglichkeit für Kindergärten, ihre Wartelisten eigenständig zu steuern. Solche Schritte wirken direkt im Alltag.
     
    Darauf lässt sich aufbauen. Im Zentrum stehen drei Entwicklungen: Erstens eine verlässliche und formalisierte Zusammenarbeit zwischen Sozialdienst, Deutschem Schul- und Sprachverein und den Kommunalverwaltungen im Rahmen klarer Partnerschaften. Zweitens eine direkte, verständliche Ansprache in deutscher Sprache über digitale und schriftliche Kanäle der Kommunen, etwa über Borger.dk oder gezielte Anschreiben, damit Angebote wirklich ankommen. Drittens die systematische Einführung deutschsprachiger Kontaktpersonen im Bürgerservice aller vier Kommunen, um Zugänge zu erleichtern und Vertrauen zu stärken.
     
    Ergänzend bleibt die Aufgabe, auch in sensiblen Bereichen wie der Pflege sicherzustellen, dass sprachliche Bedürfnisse berücksichtigt werden können. Minderheitenpolitik entsteht so nicht im Abstrakten, sondern im konkreten Alltag der Menschen – getragen von einer engen, vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Partei und Dachorganisation unserer Minderheit, wie sie auch auf der Hauptversammlung erneut deutlich geworden ist.
     
    Das gemeinsame Ziel bleibt, die Lebensqualität der Minderheit nachhaltig zu stärken und die Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Minderheit weiter zu vertiefen, damit Gleichstellung im Alltag spürbar wird und so Vertrauen und Zusammenhalt weiter wachsen können.

  • Verantwortung übernehmen – über den eigenen Tellerrand hinaus

    Stephan Kleinschmidt, Kandidat für den Hauptvorsitz des Bundes Deutscher Nordschleswiger

    Derzeit entfaltet sich meine Kandidatur für den Hauptvorsitz des Bundes Deutscher Nordschleswiger. In vielen Gesprächen richtet sich der Blick dabei nachvollziehbar stark nach innen. Denn wer Verantwortung im Bund Deutscher Nordschleswiger übernimmt, braucht ein tiefes Verständnis unserer Strukturen und dafür, was Minderheit im Alltag bedeutet. Dieser notwendige Blick nach innen ist der Ausgangspunkt – aber er genügt nicht.

    Entscheidend ist ebenso das Gespür für die Mehrheit – politisch, kulturell und sprachlich. Unsere Minderheit ist ein selbstverständlicher und aktiver Teil der Gesellschaft. Wir leben nicht in einer Blase. Kommunale und gesellschaftliche Entwicklungen betreffen uns unmittelbar. Kommunale und staatliche Strukturen und Angebote sind auch unsere. Daher muss, wer unsere Anliegen in Kiel, Vejle, Kopenhagen oder Berlin vertritt, den Blick auch über die eigenen Strukturen hinaus richten, um Zusammenhänge zu erkennen, Interessen einzuordnen und Entwicklungen mitzugestalten. Dieser Blick nach außen ist keine Ergänzung, sondern Voraussetzung.

    Ich bin in der deutschen Minderheit aufgewachsen und habe ihre Institutionen durchlebt. Heute trage ich Verantwortung für ihre Zukunft. Beruflich habe ich gelernt, unterschiedliche Interessen zusammenzuführen, Gegensätze zu entschärfen und Vertrauen aufzubauen – auch über Grenzen hinweg. Auch aus meiner Zeit im Flensburger Rathaus, in der Kieler Staatskanzlei und als Projektchef in der Region Syddanmark habe ich gelernt: Politik funktioniert dann, wenn Vertrauen entsteht – zwischen Menschen, Institutionen und Kulturen.

    Daraus leite ich meinen Anspruch ab: Wir dürfen uns nicht nur mit uns selbst beschäftigen. Wir müssen Verantwortung übernehmen – auch über den eigenen Tellerrand hinaus. Nicht nur für die Minderheit, sondern für den gesamten Landesteil und die Menschen, die hier leben und arbeiten. Das bedeutet: Offenheit nach außen und Zusammenhalt nach innen. Die Schleswigsche Partei zeigt, was das konkret heißt: Verantwortung übernehmen und sich einbringen – auch bei Themen, die über die Minderheit hinausgehen.

    Wir brauchen keine Parallelstrukturen, sondern kluge Ergänzungen zu bestehenden Angeboten – im Einklang mit unseren Ressourcen und mit einem klaren Blick für das Ganze. Daran möchte ich mich messen lassen.

  • Ein klarer Auftrag für Demokratie und Minderheitenschutz

    Stephan Kleinschmidt, Kandidat für den Hauptvorsitz des Bundes Deutscher Nordschleswiger

    Eine freie Presse ist Grundvoraussetzung dafür, dass wir unser Leben als Minderheit offen und selbstbewusst gestalten können. Diese Überzeugung steht für mich außer Frage – und sie bringt den Kern des Leitartikels von Cornelius von Tiedemann treffend auf den Punkt. Sein Beitrag ist ein klares und notwendiges Bekenntnis zu Pressefreiheit, demokratischen Werten und dem Schutz von Minderheiten.

    In Nordschleswig zeigt sich, dass redaktionelle Unabhängigkeit und gesellschaftliche Verantwortung in einem sensiblen Gleichgewicht stehen: unabhängig im Urteil, zugleich nah an der Lebenswirklichkeit der Minderheit. Zu Recht formuliert Tiedemann auch Erwartungen an die künftige Führung des Bundes Deutscher Nordschleswiger. Das internationale Engagement der Vorgänger verpflichtet – und es ist richtig, dies deutlich zu benennen. Diese Verantwortung endet nicht an der Grenze – sie ist europäisch und global.

    In meiner Kandidatur für den Hauptvorsitz sehe ich hier einen zentralen Auftrag. Von 2003 bis 2006 war ich Präsident der Jugend Europäischer Volksgruppen und Präsidiumsmitglied der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen. Diese Zeit hat meinen Einsatz für Minderheitenrechte und demokratische Teilhabe nachhaltig geprägt und meinen Blick geweitet. Auch später – global in internationalen Netzwerken sowie regional in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, etwa in der Kulturregion Sønderjylland-Schleswig geht es mir darum, Beteiligung zu stärken und Brücken zu bauen.

    „Kritisch, wachsam – im Sinne von Freiheit und Minderheitenschutz“: Dieser Anspruch spiegelt sich im journalistischen Auftrag aus, über und für die Minderheit zu berichten und ist auch für mein politisches Handeln leitend. Demokratische Beteiligung weiter zu fördern und sich für Menschen- und Minderheitenrechte stark zu machen, bleibt also eine gemeinsame Aufgabe. Der „Nordschleswiger“ nimmt dabei eine zentrale Rolle ein – als unabhängige Stimme und als Plattform für Debatte. Dafür verdient er nicht nur Dank, sondern Rückhalt.